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EU will KMUs Zugang zu ‚grünen Finanzmitteln‘ erleichtern


Die EU möchte das europäische Finanzwesen nachhaltiger gestalten und das Geld von Anlegern gezielt in nachhaltige Projekte lenken – KMUs soll der Zugang zu solchen „grünen Finanzmitteln“ erleichtert werden.

Die EU-Kommission hat ihre Strategie für ein nachhaltigeres Finanzwesen vorgelegt. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass Verbraucher und Anleger ihr Geld häufiger in nachhaltige Projekte investieren.

Die Strategie umfasst sechs Maßnahmenpakete, die dazu beitragen sollen, mehr Kapital in nachhaltige Finanzprodukte und Geschäftsaktivitäten zu lenken. So sollen neue Anreize für Unternehmen gesetzt werden, ihr Geschäftsmodell ökologischer zu gestalten, was letztlich dazu beitragen soll, dass die EU ihr Ziel erreicht, bis 2050 klimaneutral zu werden und auch andere ökologische Herausforderungen zu bewältigen.

„Der Europäische Grüne Deal zeigt auf, dass für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft und zum Erreichen der ökologischen Nachhaltigkeitsziele der Union erhebliche Investitionen in allen Wirtschaftssektoren notwendig sind. Ein großer Teil dieser Finanzströme wird vom privaten Sektor kommen müssen“, teilte die EU-Kommission mit. Um diese Investitionslücke zu schließen, sei es notwendig, private Kapitalflüsse in ökologisch nachhaltigere Investitionen umzulenken und den europäischen Finanzrahmen neu zu durchdenken.

„Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission im Kontext des European Green Deal möchten unter anderem einen attraktiven Rahmen für die zur Transformation notwendigen privaten Investitionen in grüne und nachhaltige Projekte schaffen“, so Domenico Schwan, Experte für Bank- und Finanzrecht bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „Hierbei sollen insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen einbezogen werden.“

Die Maßnahmenpakete sehen vor, dass das bestehende Instrumentarium für ein nachhaltiges Finanzwesen erweitert wird, um den Zugang zu Finanzmitteln für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu erleichtern. Das heißt: Auf Nachhaltigkeit ausgerichteten KMUs soll es möglich sein, leichter an Finanzmittel zu gelangen.

„Die Planung eines nachhaltigen Finanzsystems beinhaltet notwendigerweise auch die Förderung des Fremdkapitalsektors“, so Phillipp Staudt, Experte für Bank- und Finanzrecht bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „So entsteht für Unternehmen, speziell für kleinere und mittlere Unternehmen, ein konkreter Anreiz, einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit zu legen, da ihnen somit potentiell günstige Kredite zur Verfügung stehen.“

Der Strategie zufolge könnten grüne Kredite KMUs beispielsweise dabei helfen, die Energieleistung ihrer Gebäude zu verbessern oder auf emissionsfreie Fahrzeuge umzusteigen. Um Zugang zu solchen Finanzierungsmitteln zu erhalten, die an Nachhaltigkeitsvorgaben geknüpft sind, müssen KMUs allerdings freiwillig über ihre Nachhaltigkeit sowie ihre Nachhaltigkeitsrisiken berichten. Damit KMUs diese Chance auch nutzen können, will die EU die Mitgliedstaaten darin unterstützen, Anreize zu setzen und KMUs besser zu den Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierung zu informieren.

„Die EU-Wirtschaft umfasst 23 Millionen KMUs, die von einem besseren Zugang zu Nachhaltigkeitsberatungsdiensten profitieren sollen, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die COVID-19-Krise hat es für KMUs schwieriger gemacht, die Finanzmittel zu erhalten, die sie für ihre Umstellungsbemühungen benötigen. KMUs fehlt es oft an den Fähigkeiten und dem Bewusstsein, die Chancen zu nutzen, die sich durch nachhaltige Finanzinstrumente bieten“, heißt es in der Strategie.

Die Strategie enthält darüber hinaus auch Maßnahmen und Absichtserklärungen, die die Widerstandsfähigkeit des Wirtschafts- und Finanzsystems der EU steigern, seine Integrität wahren und einen geordneten und durch Aufsichtsbehörden überwachten Übergang zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem ermöglichen sollen. Auch sollen internationale Initiativen und Standards für ein nachhaltigeres Finanzwesen entwickelt werden.

Bis Ende 2023 will die Europäische Kommission über die Durchführung der Strategie berichten.

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