Die Kriterien, nach denen die Siegel vergeben werden, basieren häufig auf Rahmenwerken für Nachhaltigkeit wie der Norm für Umweltmanagement ISO 14001, dem Leitfaden für unternehmerische Gesellschaftsverantwortung ISO 26000 oder den Kriterien des Globalen Rates für nachhaltigen Tourismus – der selbst auch Zertifikate vergibt. Häufig geht mit der Vergabe der Zertifikate auch eine Beratung einher, in der die zertifizierten Hotels erfahren, wie sie noch mehr für den Umweltschutz tun und ein höheres Zertifizierungslevel erreichen können. Hinzu kommt, dass auch Investoren immer häufiger entsprechende Zertifikate fordern.
Klima-Ausgleich für Hotels
Für einen Hotelbetrieb ist es nahezu unmöglich, den CO2-Ausstoß auf null zu reduzieren. Immer mehr Hotels, die ihren Ausstoß dem Klima zuliebe gesenkt haben, gleichen ihren verbleibenden CO2-Fußbadruck jedoch aus. So auch die Hotels der Kooperation Klimahotels: Sie optimieren ihren CO2-Abdruck ökologisch und ökonomisch, der restliche CO2-Ausstoß wird durch eine Aufforstung in Panama kompensiert. Somit können Klimahotels ihren Gästen einen komplett klimaneutralen Aufenthalt ermöglichen. In Japan eröffnete jüngst ein Hotel, welches zu 100 Prozent seinen Energiebedarf mit Wasserstoff, gewonnen aus Plastikmüll und Essensabfällen, bestreitet.
Mit vereinter Kraft
Veränderung im Alleingang zu bewirken, ist selten leicht. Daher schließen sich Hotels, für die das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielt, zusammen. So beispielsweise im Verein Bio-Hotels, dem rund 80 Häuser in sechs Ländern angeschlossen sind. Der Verein fordert von seinen Mitgliedern unter anderem hundertprozentig biologisch erzeugte Kost, Hundertprozent Ökostrom sowie einen niedrigen CO2-Ausstoß. Alle teilnehmenden Hotels und auch der Verein selbst werden nach eigener Aussage mindestens zweimal im Jahr durch unabhängige Kontrollstellen auf ihre Nachhaltigkeit geprüft. Zudem betreibt der Verein gezieltes Marketing und schafft es so, sowohl sich als auch seine Mitglieder gekonnt am Markt zu positionieren.
Regierung fördert Energieeffizienz
Ein geringerer Energieverbrauch schont nicht nur die Umwelt, sondern ist auch finanziell vorteilhaft. Hotels können von Fördermitteln der Bundesregierung profitieren, wenn sie ihre Energiebilanz verbessern und ihre Gebäude energetisch sanieren. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde die energetische Gebäudeförderung neu aufgesetzt. Wesentlicher Bestandteil der Förderung ist ein Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Neubau- und Sanierungsmaßnahmen an Nichtwohngebäuden über bis zu 30 Millionen Euro für Effizienzgebäude und bis zu 15 Millionen Euro für Einzelmaßnahmen. Dabei kann ein Tilgungszuschuss über 15 bis 50 Prozent beantragt werden. Auch Zuschüsse stehen zur Verfügung: Ein Sanierungszuschuss über bis zu 15 Millionen Euro und ein Bauzuschuss bis zu 6,75 Millionen Euro sind möglich. Zudem kann seit Jahresbeginn für einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen ein Zuschuss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden.