Neues KfW-Förderprogramm für effiziente Gebäude gestartet

Out-Law News | 22 Apr 2022 | 10:32 am | Lesedauer: 1 Min.

Neubauprojekte mit dem Effizienzhausstandard 40 können ab sofort nur noch Fördermittel bei der KfW beantragen, wenn sie mit dem QNG-Siegel des Bundesbauministeriums ausgezeichnet wurden.

Die am Mittwoch wieder gestartete Neubauförderung von effizienten Gebäuden mit Effizienzhausstandard (EH) 40 hat zu einer Antragsflut bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geführt – schon wenige Stunden nach Start des Programms war das durch die Regierung bereitgestellte Budget von einer Milliarde Euro erschöpft. „Die Ausschöpfung des bereitgestellten Fördervolumens in nur wenigen Stunden statt wenigen Tagen hat unsere Erwartungen noch weit übertroffen“, so Julia Stubert, Expertin für Immobilienrecht bei Pinsent Masons. „Die Flut von Anträgen zeigt, wie groß das Interesse an der Förderung ist.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima (BMWK) erklärte die „Stufe 1 der neuausgerichteten Neubauförderung“ noch am gleichen Tag für beendet. Am Donnerstag fiel sogleich der Startschuss für „Stufe 2“ des staatlichen Förderregimes, das bis zum 31. Dezember 2022 laufen soll.

Seither können bei der KfW Anträge für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in dem Programm „Effizienzhaus/Effizienzgebäude 40-Nachhaltigkeit“ gestellt werden. Die Förderung erfolgt in Form eines zinsgünstigen Kredits mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten liegt bei 30 Millionen Euro bei Nichtwohngebäuden und bei 150.000 Euro pro Wohneinheit bei Wohngebäuden. Öl- und Gasheizungen sind von der Förderung ausgenommen.

Bauherren, die in den Genuss von Förderkrediten und Förderzuschüssen kommen wollen, müssen nun allerdings strengere Kriterien erfüllen als zuvor. Das Programm ermöglicht eine Neubauförderung nur noch für Bauvorhaben mit dem „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) des Bundesbauministeriums. Damit will die Bundesregierung ein „klares Signal für mehr Klimaschutz und die Neuausrichtung hin zu nachhaltigem Bauen“ setzen. Um das QNG-Siegel zu erhalten, muss ein Bauvorhaben bestimmte Kriterien in Bezug auf seine Treibhausgasemissionen, den Primärenergiebedarf im Gebäudelebenszyklus, Schadstoffe in Baumaterialien, die Barrierefreiheit und die aufgewendeten Ressourcen erfüllen.

Die Bundesregierung hatte bereits vor zwei Wochen über die Neuausrichtung der Neubauförderung informiert, die in drei Stufen erfolgen soll. In „Stufe 3“ soll ab Januar 2023 ein neues Förderprogramm mit dem Titel „Klimafreundliches Bauen“ starten. Es soll laut BMWK „das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen weiterentwickeln und die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen.“ Die Details sind noch in Arbeit.