Deutschland möchte bei der Nutzung und Entwicklung von Wasserstofftechnologie in Führung gehen: Nach monatelangen Beratungen hat die Bundesregierung die Nationale Wasserstoffstrategie für den umfassenden Einsatz von Wasserstoff als Energiespeicher und -träger verabschiedet.
„Die Nationale Wasserstoffstrategie ist ein großer Schritt in die richtige Richtung“, so Dr. Sönke Gödeke, Experte für Energiewirtschaft bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „Schließlich reagiert die Bundesregierung mit ihr vor dem Hintergrund der Energiewende auf sich rasant verändernde Marktbedingungen und Bedürfnisse der Wirtschaft.“
Der Einsatz von Wasserstoff soll laut der Bundesregierung dabei helfen, die Energiewende voranzutreiben und in Deutschland bis 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Beim Verbrennen erzeugt Wasserstoff nahezu keine Abgase. Einige Experten halten wasserstoffbasierte Technologie daher für den Schlüssel zu mehr Klimafreundlichkeit. Allerdings sind große Mengen an Strom nötig, um Wasserstoff überhaupt herstellen und als Energieträger nutzen zu können.
Nach Einschätzung der Bundesregierung ist Wasserstoff ein vielfältig einsetzbarer Energieträger und Energiespeicher und zudem auch wichtiger Grundstoff für weitere chemische und industrielle Prozesse. Darüber hinaus bietet er Möglichkeiten, CO2-intensive Fertigungsprozesse der Industrie mittel- und langfristig zu dekarbonisieren, beispielsweise in der Stahl- und Chemieindustrie, aber auch im Verkehrssektor.
Die Nationale Wasserstoffstrategie umfasst insgesamt 38 Maßnahmen, einige von ihnen sind konkret ausformuliert, andere werden nur grob skizziert. Sie lassen sich in zwei Phasen einteilen: Maßnahmen, die den Markt für Wasserstoff bis 2023 hochfahren sollen und Maßnahmen, die den Markt bis 2030 weiter stärken sollen.
„Gerade mit Blick auf die hohen wirtschaftlichen Belastungen, die die Entwicklungen neuer Technologien nach sich zieht, wären weitere Konkretisierungen allerdings wünschenswert gewesen, um Planungssicherheit zu bieten“, so Dr. Gödeke.
Damit Wasserstofftechnologie wettbewerbsfähiger wird, will die Bundesregierung die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessern. Zudem sieht die Strategie vor, die Transport- und Verteilinfrastruktur weiterzuentwickeln. Dazu gehören der Aus- und Zubau von Wasserstoffnetzen. Hierzu will die Bundesregierung die regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen überprüfen und optimieren.