Allerdings sind große Mengen an Strom nötig, um Wasserstoff überhaupt herstellen und als Energieträger nutzen zu können. Eine Lösung für dieses Problem bietet die Wasserstoffproduktion auf See. Im Juni 2020 hatte die Bundesregierung ihre Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen und angekündigt, Deutschland wolle bei der Erforschung und Entwicklung von Wasserstofftechnologien international in Führung gehen.
Ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Klimaneutralität ist die Entwicklung von Negativemissionstechnologien – mit diesen soll das in die Atmosphäre gelangte CO2 herausgefiltert, gelagert und rückverwandelt werden.
Eine solche Technik ist die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture Use and Storage; CCUS) wobei hierbei mit zwei Ansätzen gearbeitet wird: Zum einen wird CO2 in einem speziellen Filtermaterial gebunden, welches anschließend erwärmt und in der industriellen Produktion verwendet wird. Die verbleibende CO2-freie Luft wird in die Atmosphäre zurückgeleitet. Zum anderen wird CO2 mit Wasser vermischt und in die Tiefe gepumpt, wo es in Karbonat umgewandelt wird. Bisher können mit diesen sehr energielastigen und teuren Technologien jedoch nur wenige Tonnen CO2 pro Jahr aus der Atmosphäre herausgefiltert werden.
Ähnliche Probleme treten auch bei der Technik der „beschleunigten Verwitterung“ auf. Bestimmte Gesteine wie Basalt und Dunit binden CO2, wenn sie verwittern. An die fünf Milliarden Tonnen Kohlendioxid könnten pro Jahr mit Basaltgestein gebunden werden, so das Ergebnis einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Universität Hamburg. Dies erfordert jedoch eine hohe Menge an zermahlenem Gestein, das auf der Erde verstreut wird. Aufgrund dieses Aspekts wird auch dieser Technologie wahrscheinlich nur eine geringe Bedeutung bei der CO2-Filterung zukommen.
Zudem besteht mit der Aufforstung ein natürliches Mittel, um CO2 aus der Atmosphäre zu filtern. Allerdings ist das hierfür benötigte Land bereits jetzt ein knappes Gut. Zudem geben die Bäume große Mengen an CO2 wieder zurück in die Luft, wenn sie verbrannt werden oder verrotten, sodass sie als CO2-Filter und Speichermedium nur bedingt nutzbar sind. Auch das sogenannte Phytoplankton – kleine Algen im Meer – zu düngen und ihr Wachstum anzuregen, ist eine natürliche Möglichkeit, CO2 zu neutralisieren, denn diese Algen sinken nach ihrem Absterben in die Tiefe und das gebundene Kohlenstoffdioxid kommt nicht so schnell in die Atmosphäre zurück.
Zwar vermag es eine Negativemissionstechnologie allein aller Voraussicht nach nicht, die notwendigen Mengen an CO2 aus der Atmosphäre zu filtern, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, jedoch kann eine Kombination der verschiedenen Maßnahmen zum gewünschten Ziel führen.
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