Australien und Deutschland planen Zertifizierungssystem von grünem Wasserstoff

Out-Law News | 25 Jan 2021 | 4:50 pm | Lesedauer: 2 Min.

Energie-Agenturen in Australien und Deutschland planen die gemeinsame Entwicklung und Zertifizierung von erneuerbarem Wasserstoff, erneuerbarem Ammoniak und anderen erneuerbaren wasserstoffbasierten Kraftstoffen und Materialien.

Das Australian Smart Energy Council und die Deutsche Energie-Agentur (Dena) haben eine Partnerschaft geschlossen, um ein Zertifizierungssystem für grünen Wasserstoff sowie andere klimaneutrale Kraftstoffe zu erarbeiten.

Die beiden Organisationen haben angekündigt, gemeinsam an Initiativen zu arbeiten, um die Entwicklung von grünem Wasserstoff zu unterstützen, Hindernisse zu identifizieren und Möglichkeiten zu suchen, um den Handel zwischen Australien und Deutschland in der gesamten Wasserstoff-Lieferkette voranzubringen.

Sie werden auch im internationalen Partnernetzwerk für klimaneutrale Kraftstoffe, der Global Alliance Powerfuels, zusammenarbeiten, das von der Dena geleitet wird.

„Diese Partnerschaft zeigt die aktiven Schritte, die sowohl Australien als auch Deutschland unternommen haben, um Möglichkeiten für die Teilnahme am internationalen Markt für grünen Wasserstoff zu identifizieren und zu fördern und um Hindernisse und Möglichkeiten zu untersuchen, um die Entwicklung und den Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff zu beschleunigen“, so Energieexperte George Varma von Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law.

„Bedeutsam ist, dass die Partnerschaft die gemeinsame Machbarkeitsstudie festigt, die beide Länder im September 2020 gestartet haben. Partizipationsmöglichkeiten innerhalb der gemeinsamen Initiative werden dementsprechend weiter wachsen, was potenziell neue Dienstleistungssektoren für Teilnehmer am Wasserstoffmarkt entstehen lassen könnte“, so Varma.

Das Australian Smart Energy Council kündigte im Dezember an, ein Zero-Carbon-Zertifizierungsprogramm für erneuerbaren Wasserstoff, erneuerbares Ammoniak, erneuerbare Metalle und andere Wasserstoffderivate innerhalb Australiens zu entwickeln.

In Deutschland ermächtigt das Erneuerbare-Energien-Gesetze (EEG) die Bundesregierung, durch Rechtsverordnungen die Anforderungen an die Herstellung von grünem Wasserstoff im Anwendungsbereich des EEG zu bestimmen. „Hierbei können insbesondere inhaltliche, räumliche oder zeitliche Anforderungen bestimmt werden, um sicherzustellen, dass nur Wasserstoff als Grüner Wasserstoff gilt, der glaubhaft mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde und der mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung der Energieversorgung vereinbar ist“, heißt es in der Verordnungsermächtigung zu Anforderungen an grünen Wasserstoff. Eine solche Verordnung wurde von der Bundesregierung bisher jedoch noch nicht erlassen.

Momentan bietet insbesondere der TÜV mit seinem Zertifizierungsstandard „Green Hydrogen“ Unternehmen die Möglichkeit nachzuweisen, dass der von ihnen hergestellte Wasserstoff grün ist.

„Es ist davon auszugehen, dass das von der Australisch-Deutschen Partnerschaft erarbeitete Zertifizierungssystem auf dem europäischen CertifHy-System basieren wird“, so Alice Boldis, Expertin für Großprojekte im Energiesektor bei Pinsent Masons.

Das Projekt CertifHy wurde 2014 zur Entwicklung eines EU-weiten Systems zum Herkunftsnachweis von grünem Wasserstoff ins Leben gerufen, 2018 ging das Projekt in die Umsetzugsphase. Die von CertifHy ausgestellten Zertifikate ermöglichen Endkonsumenten die Nutzung von umweltfreundlichem und kohlenstoffarmem Wasserstoff standortunabhängig in der gesamten EU. Bis 2019 wurden über 75 000 Zertifikate von CertifHy ausgestellt.

Eine Verknüpfung der einzelnen Zertifizierungssysteme ist möglich. So kann eine Harmonisierung beispielsweise erfolgen, indem innerhalb Deutschlands vom TÜV zertifizierte Mengen an grünem Wasserstoff in dem Herkunftsnachweissystem der CertifHy registriert und anschließend auf dem Markt verwertet werden können.

„Diese Ansätze zur Zertifizierung von grünem Wasserstoff sind ein wichtiger Schritt zu einem neuen Wasserstoffmarkt und zudem ist zu begrüßen, dass eine Verknüpfung der jeweiligen Zertifizierungssysteme vorgesehen ist“, so Alice Boldis.