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Deutschland und Ägypten wollen bei grünem Wasserstoff enger zusammenarbeiten


Deutschland und Ägypten haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die ihre Partnerschaft in Bezug auf die Gewinnung sowie die Lieferung von grünem Wasserstoff intensivieren soll.

Am Donnerstag unterzeichneten deutsche und ägyptische Regierungsvertreter eine Absichtserklärung, die die Zusammenarbeit beider Staaten bei der Gewinnung von grünem Wasserstoff intensivieren soll. Deutschland wolle Ägypten dabei unterstützen, eine nachhaltige grüne Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufzubauen, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit. Der Aufbau eines globalen Wasserstoffnetzwerks solle vor allem dazu dienen, den Wechsel zu klimafreundlichen Energieträgern zu beschleunigen.

Die Absichtserklärung sieht vor, dass beide Staaten den gegenseitigen Austausch von Wissen und technologischem Know-how fördern. Außerdem sollen vermehrt deutsche Technologien bei Wasserstoff-Projekten in Ägypten zum Einsatz kommen. Darüber hinaus wollen beide Staaten gemeinsam Projekte rund um die Erzeugung, Verarbeitung, Nutzung und den Transport von grünem Wasserstoff umsetzen und fördern und die Entstehung eines grünen Wasserstoffsektors vorantreiben.

Auch aus Sicht von Christian Lütkehaus, Experte für Anlagenbau im erneuerbaren-Energie-Bereich bei Pinsent Masons, ist diese Absichtserklärung ein konsequenter Schritt im Rahmen der Energiewende. „Natürlich ist es wichtig, dass dieser Absichtserklärung nun auch schnellstmöglich Taten folgen und die Entstehung sowohl der nötigen Anlagen zur Herstellung als auch der Infrastruktur für den Export des grünen Wasserstoffes nach Deutschland zügig vorangetrieben wird“, so Lütkehaus. „Wenn hierbei zudem deutsche Technologie zum Einsatz kommt, ist dies sicherlich zusätzlich zu begrüßen: Schließlich signalisiert die deutsche Industrie auch den Anspruch, in diesem Industriezweig eine globale Vorreiterrolle einnehmen zu wollen“.

Grüner Wasserstoff wird mit Hilfe von Energie aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Experten gehen davon aus, dass Deutschland nicht genügend relevante freie Flächen hat, um so viel grünen Wasserstoff mittels Wind- oder Solarenergie zu gewinnen, dass es seinen künftigen Bedarf selbst decken kann. Staaten wie Ägypten hingegen verfügen über ideale Bedingungen und könnten in der Zukunft Wasserstoff nach Deutschland exportieren.

Das jüngste Wasserstoff Abkommen mit Ägypten steht in einer Reihe mit zuvor geschlossenen Wasserstoff-Abkommen Deutschlands. Die BRD hat bereits mit mehreren Ländern Vereinbarungen zum Aufbau von Wasserstoff-Kooperationen geschlossen, insbesondere auch mit afrikanischen Staaten: So wurden bereits Abkommen mit Namibia und Marokko unterzeichnet, und weitere Länder auf dem afrikanischen Kontinent sollen folgen. Auch mit Kanada unterhält Deutschland bereits ein Abkommen zum Wasserstoffexport, sowie ebenso mit Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, und Indien.

Neben dem Wasserstoff-Abkommen unterzeichneten die Vertreter Deutschlands und Ägyptens noch eine zweite Absichtserklärung, die darauf abzielt, dass Deutschland künftig durch Ägypten mit Flüssig-Erdgas beliefert wird. Der Import von ägyptischem Flüssiggas soll Deutschland vor allem dabei helfen, unabhängiger von russischem Erdgas zu werden, bis ein Umstieg auf nicht-fossile Energieträger wie Wasserstoff erfolgt. „Zentral ist, dass Infrastrukturvorhaben und gemeinsame Investitionen so angelegt sein müssen, dass der Ersatz fossilen Erdgases durch grünen Wasserstoff schnellstmöglich erfolgen kann und sie damit kurz- bis mittelfristig zu einer klimaneutralen Energieversorgung beitragen, die zunehmend auf Wasserstoff und dessen Vorprodukten basiert“, so das BMWK.

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