Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate planen Wasserstoff-Taskforce

Out-Law News | 04 Nov 2021 | 12:13 pm | Lesedauer: 1 Min.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Deutschland wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff vertiefen und kündigten an, eine gemeinsame Taskforce für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe einzurichten.

Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden, während die Vereinigten Arabischen Emirate erst kürzlich bekanntgaben, bis 2050 ebenfalls Klimaneutralität erreichen zu wollen. Auf diese Ziele wollen beide Ländern nun im Rahmen einer Wasserstoff-Taskforce gemeinsam hinarbeiten, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit und verwies auf das „große Potenzial für erneuerbare Energien“ in den Emiraten und „ausgezeichnete Bedingungen für großangelegte Exporte von grünem Wasserstoff“.

„Deutschland hat neben der Kooperation mit den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits weitere Wasserstoff-Kooperationsabkommen mit Chile, Saudi Arabien, Australien, Kanada, Marokko und Tunesien geschlossen“, so Christian Lütkehaus, Experte für Großprojekte im Energiesektor bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „Dies zeigt, dass die Bundesregierung die in der Nationalen Wasserstoffstrategie festgehaltenen Maßnahmen zum internationalen Wasserstoffmarkt und außenwirtschaftlichen Partnerschaften konsequent umsetzt.“

Experten gehen davon aus, dass Europa nicht genügend relevante freie Flächen hat, um ausreichend grünen Wasserstoff mittels Wind- oder Solarenergie zu gewinnen. Die vereinigten Arabischen Emirate hingegen verfügen über ideale Bedingungen und haben bereits angekündigt, vermehrt auf die Produktion von grünem Wasserstoff zu setzen. Der könnte dann auch in andere Länder exportiert werden.

Schon heute arbeiten deutsche und emiratische Firmen gemeinsam an Wasserstoffprojekten in den Emiraten. Im Mai wurde das erste grüne Elektrolyseur-Pilotprojekt der Region von Siemens Energy und der Dubai Electricity & Water Authority eingeweiht. Weitere Projekte für grünen Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe sind laut BMWi bereits in Planung.

„Diese neue Taskforce ist ein weiteres positives Signal an deutsche Unternehmen, die international insbesondere als Technologielieferanten für Wasserstoff-Projekte gefragt sind“, so Alice Boldis, Expertin für Großprojekte im Energiesektor bei Pinsent Masons. „Allerdings wird es nötig sein, dass beide Länder auch gemeinsam Transportmöglichkeiten für Wasserstoff entwickeln: Zwar sind die Bedingungen für die Produktion von grünem Wasserstoff in den Emiraten ideal, der Transport nach Europa wäre mit aktuellen technischen Mitteln jedoch noch nicht effizient genug.“

Der Einsatz von Wasserstoff soll laut Bundesregierung dabei helfen, die Energiewende voranzutreiben und in Deutschland bis 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Beim Verbrennen erzeugt Wasserstoff nahezu keine Abgase. Einige Experten halten wasserstoffbasierte Technologien daher für den Schlüssel zu mehr Klimafreundlichkeit. Allerdings sind große Mengen an Strom nötig, um Wasserstoff überhaupt herstellen und als Energieträger nutzen zu können. Bei grünem Wasserstoff stammt der verwendete Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen.