BMBF fördert Forschungskooperationen mit Neuseeland zu grünem Wasserstoff

Out-Law News | 21 Apr 2021 | 4:20 pm | Lesedauer: 1 Min.

Forschungseinrichtungen, die Projekte zur Grundlagenforschung im Bereich grüner Wasserstoff in Zusammenarbeit mit neuseeländischen Partnern durchführen wollen, können sich um Fördergelder bewerben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um das Thema grüner Wasserstoff fördern, die zu einer Intensivierung der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit Neuseeland beitragen. Es sollen sowohl Projekte der Grundlagenforschung als auch der angewandten Forschung gefördert werden.

Der Förderaufruf für Projekte in Kooperation mit neuseeländischen Partnern ist der erste Aufruf, der auf der Rahmenbekanntmachung „Internationale Forschungskooperationen Grüner Wasserstoff“ beruht. Förderaufrufe zu Projekten mit weiteren Ländern sollen noch in diesem Jahr folgen, teilte das BMBF mit.

„Diese und die vielen bereits abgeschlossenen Kooperationen zeigen, dass die Bundesregierung die in der Nationalen Wasserstoffstrategie festgehaltenen Maßnahmen zum internationalen Wasserstoffmarkt und außenwirtschaftlichen Partnerschaften konsequent umsetzt“, so Alice Boldis, Expertin für Großprojekte im Energiesektor bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „Dies eröffnet Unternehmen in der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette vielfältige Möglichkeiten.“

Konkret sollen internationalen Forschungsprojekte von deutschen und neuseeländischen Vertretern aus der Wissenschaft gefördert werden, an denen auch Vertreter der Industrie beteiligt sein können.

Die Projekte sollen Pilotcharakter haben. Sie können sich der Erzeugung von Wasserstoff mittels Elektrolyse, Photokatalyse, Biomassevergasung oder -fermentation sowie durch thermochemische Aufschlussverfahren mithilfe von Hochtemperatur-Sonnenkollektoren widmen. Auch die Erforschung der Systemintegration und Sektorkopplung von grünem Wasserstoff sowie der Innovation von Brennstoffzellentechnologien und Elektrolyse sollen gefördert werden.

Durch die Förderung soll die Zusammenarbeit mit Neuseeland im Bereich der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung zu grünem Wasserstoff gestärkt werden. Auch soll sie die deutschen Forschungseinrichtungen internationalisieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit in Asien und Ozeanien verbessern. Erkenntnisse, die durch die Projekte gewonnenen werden, sollen zu neuen Technologien, Produkten und Dienstleistungen in konkreten Anwendungsbereichen der Wasserstoffwirtschaft führen.

Das Fördergeld beläuft sich in der Regel auf maximal 400.000 Euro je Verbundprojekt für die deutsche Seite und wird für eine Laufzeit von bis zu 36 Monaten gewährt. Um sich zu bewerben, können Forschungseinrichtungen bis spätestens 4. Juni 2021 Projektskizzen in elektronischer Form vorlegen.

Der Einsatz von grünem Wasserstoff soll laut Bundesregierung dabei helfen, die Energiewende voranzutreiben und in Deutschland bis 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Beim Verbrennen erzeugt Wasserstoff nahezu keine Abgase. Einige Experten halten wasserstoffbasierte Technologien daher für den Schlüssel zu mehr Klimafreundlichkeit. Allerdings sind große Mengen an Strom nötig, um Wasserstoff überhaupt herstellen und als Energieträger nutzen zu können. Stammt dieser Strom aus erneuerbaren Energiequellen, spricht man von grünem Wasserstoff.