Ein Anstieg von Insolvenzen bei Zulieferern könnte die gesamte Wertschöpfungskette der Automobilindustrie gefährden. Wettbewerber und Investoren mit entsprechenden finanziellen Mitteln könnten versuchen, ihre Lieferketten mit strategischen Partnerschaften und Übernahmen zu sichern.
Ungeachtet der Corona-Krise ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im verarbeitenden Gewerbe im ersten Halbjahr stabil geblieben, in anderen Branchen ist sie sogar gesunken.
In Deutschland haben im ersten Halbjahr 2020 nur 8 900 Unternehme Insolvenz angemeldet. Das sind 8,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Es ließe sich daher behaupten, dass die Zahl der Insolvenzfälle sich von der realen Wirtschaftslage deutscher Unternehmen losgelöst hat.
Dabei handelt es sich wohl um einen Effekt der durch die Politik zu Beginn der Pandemie ergriffenen Maßnahmen, und nicht um ein Anzeichen für eine gesunde Industrie. Wie sich die COVID-19-Pandemie tatsächlich auf die deutsche Wirtschaft und die angeschlagene Automobilindustrie auswirkt, wird erst im Herbst deutlich werden.
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