Clubs der 1. und 2. Bundesliga müssen ab Saison 2023/24 Nachhaltigkeitskriterien erfüllen

Out-Law News | 16 Dec 2021 | 4:30 pm | Lesedauer: 1 Min.

Die Deutsche Fußball Liga macht Nachhaltigkeit zum Lizensierungskriterium: Ab der Saison 2023/24 müssen Clubs, die an Spielen der 1. und 2. Bundesliga teilnehmen wollen, neue Vorgaben zur Nachhaltigkeit erfüllen.

Dies entschieden die Mitglieder der Deutsche Fußball Liga (DFL) bei ihrer Versammlung am Dienstag. Eine entsprechende Präambel zur Nachhaltigkeit wird in der Satzung des Liga-Verbandes verankert. Darüber hinaus will die DFL wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien als neue Kategorie in die Lizenzierungsordnung der 1. und 2. Bundesliga aufnehmen.

„Es ist erfreulich, dass die DFL-Mitgliederversammlung diesen Beschluss gefasst hat und dem Thema Nachhaltigkeit somit einen neuen Stellenwert in den Top-Ligen geben will“, so Christian Lütkehaus, Experte für ESG bei Pinsent Masons. „Allerdings ist noch nicht klar, wie genau die Nachhaltigkeitskriterien aussehen werden, die die Clubs künftig erfüllen müssen. Von der Ausgestaltung der Vorgaben wird abhängen, ob die Entscheidung der Mitgliederversammlung tatsächlich zu spürbar mehr Nachhaltigkeit im Fußball führen wird.“

Geplant sind laut der DFL unter anderem Mindestkriterien sowie erweiterte Kriterien. Letztere müssten die Klubs nur anteilig erfüllen. Im nächsten Schritt will die DFL genauen Vorgaben zusammen mit den Clubs ausarbeiten. Die Kriterien sollen unter anderem auf den Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen sowie auf Einschätzungen externer Experten und einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe beruhen. Die Mitgliederversammmlung der DFL soll in einigen Monaten über die neuen Vorgaben abstimmen. Clubs, die bereits nach Nachhaltigkeitskriterien handeln, sollen die Möglichkeit haben, an ihrer bisherigen Strategie festzuhalten: „Bei der Ausarbeitung der Kriterien wird berücksichtigt, dass Clubs, die individuell teilweise bereits umfassende Aktivitäten umsetzen, auch künftig mit Fokus auf ihre jeweiligen strategischen Schwerpunkte wirken können“, teilte die DFL mit.

In der Lizenzierungsordnung heißt es: „In dem Bestreben, Nachhaltigkeit fortschrittlich innerhalb des DFL e.V. zu verankern und zeitgleich einen umsetzbaren Handlungs- und Entwicklungsrahmen für die Mitglieder darzulegen, sind die Nachhaltigkeitskriterien kategorisiert, werden jährlich evaluiert und in Phasen weiterentwickelt.“

Die Saison 2022/23 soll als Übergangsphase dienen, in der die Clubs zusammen mit der DFL abstimmen können, ob sie die Kriterien bereits erfüllen oder noch nachbessern müssen. Ab der Saison 2023/2024 sollen Clubs, die sich nicht an die Nachhaltigkeits-Regeln halten, dann auch bestraft werden.

„Die Initiative der DFL zeigt, dass sich Fußballvereine und deren Lizenzspielergesellschaften immer professioneller aufstellen müssen. Diese Vorgaben werden daher auch Auswirkung auf die interne Organisation der Vereine haben, die Maßnahmen ergreifen müssen, um die Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen“, ist sich Dr. Markus J. Friedl, Mitglied der Sportrechtspraxis bei Pinsent Masons, sicher.