Teilnahme an Wasserstoff-Leitprojekten des BMBF weiterhin möglich

Out-Law News | 10 Feb 2021 | 2:31 pm | Lesedauer: 1 Min.

Die Bundesregierung investiert in die Wasserstoff-Forschung: Drei ausgewählte Leitprojekte sollen mit insgesamt 700 Millionen Euro aus dem Zukunftspaket gefördert werden. Interessenten aus Forschung und Wirtschaft können sich weiterhin um die Projekte bewerben.

Momentan befinden sich die Wasserstoff-Leitprojekte in der Antragstellung. Somit stehen die Leitprojekte fest, das Bewerbungsverfahren ist diesbezüglich geschlossen. Neue Partner können jedoch auch im weiteren Verlauf aufgenommen werden, um die Projekte sinnvoll zu ergänzen. Die hierzu nötigen Kontaktinformationen finden sich auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die drei Wasserstoff-Leitprojekte sind laut Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, der Startschuss für eine Initiative, „die große Hürden beim Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft aus dem Weg räumen soll.“

Deutschland möchte bei der Nutzung und Entwicklung von Wasserstofftechnologie in Führung gehen: Daher hatte die Bundesregierung bereits im Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie für den umfassenden Einsatz von Wasserstoff als Energiespeicher und -träger verabschiedet.

Die Nationale Wasserstoffstrategie wird zunehmend auch von gesetzgeberischen Aktivitäten flankiert. So hat die Bundesregierung kürzlich einen ersten Referentenentwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vorgelegt, der am 10. Februar vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

„Dieser Referentenentwurf betrifft zunächst vor allem die Regulierung von Wasserstoffnetzen“, so Dr. Valerian von Richthofen, Experte im Energierecht bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „Es ist jedoch schon absehbar, dass auch andere Themenkreise, etwa der Rechtsrahmen für die Erzeugung von Wasserstoff, weitere Änderungen erfahren werden.“

Der Einsatz von Wasserstoff soll laut der Bundesregierung dabei helfen, die Energiewende voranzutreiben und in Deutschland bis 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen, denn beim Verbrennen erzeugt Wasserstoff nahezu keine Abgase.

„Wasserstoff gilt als ein Schlüsselelement für die Energiewende“, so Dr. Anke Empting, Expertin im Fördermittelrecht bei Pinsent Masons. „Wir brauchen Alternativen zu fossilen Energieträgern – daher ist es nur logisch, dass die Bundesregierung Wasserstoffforschungsprojekte und -technologien fördert.“

Die drei Leitprojekte H2Giga, H2Mare und TransHyDE wurden im Rahmen eines Ideenwettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgewählt und sollen im Frühjahr starten, über 230 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sind daran beteiligt, sie kommen aus allen Bundesländern. Die Projekt-Laufzeit ist auf vier Jahre ausgelegt.

Um Produktionsfehler zu minimieren und die Produktion von grünem Wasserstoff wettbewerbsfähig zu machen, sucht das Leitprojekt H2Giga nach Möglichkeiten zur Serienfertigung von Wasser-Elektrolyseuren, mittels derer Wasserstoff hergestellt werden kann.

Das Leitprojekt H2Mare befasst sich damit, wie Wasserstoff und Wasserstofffolgeprodukte wie Methan, Methanol und Ammoniak mithilfe von Windanlagen ohne Netzanschluss direkt auf dem Meer hergestellt werden können, um die Kosten der Wasserstoff-Produktion zu senken.

Das Leitprojekt TransHyDE erforscht Möglichkeiten des Transports, denn schließlich muss der Wasserstoff von den Produzenten zu den Verbrauchern gelangen. Es ist sowohl möglich, ihn in Hochdruckbehältern zu transportieren, als auch, das bereits vorhandenen Gasnetzes zu nutzen.

Auch außerhalb der Wasserstoff-Leitprojekte sucht das BMBF weiterhin nach Projekten in der Wasserstoff-Grundlagenforschung. Diese können sich mit Themen aus der der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich der Wasserstoff-Nutzung, beschäftigen.