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Ifo-Umfrage: Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland weiter gesunken


Aktuellen Statistiken zufolge ist im Juli sowohl die Zahl der Kurzarbeiter als auch die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen gesunken. Der Arbeitsmarkt steht jedoch laut Experten weiterhin unter Druck.

Wie das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) mitteilte, ist die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland im Juli auf 5,6 Millionen Menschen gesunken. Das haben Berechnungen und Schätzungen des  Instituts auf Basis seiner Konjunkturumfrage ergeben. Im Juni waren es noch 6,7 Millionen Menschen, im Mai 7,3.

Zugleich hat sich laut  Bundesagentur für Arbeit (BA) der Corona-bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli nicht fortgesetzt. Zwar ist die Arbeitslosenzahl zu Beginn der Sommerpause von Juni auf Juli um 57.000 gestiegen, das ist jedoch in dieser Zeit des Jahres üblich. Saisonbereinigt hat sich die Zahl der Arbeitslosen von Juni auf Juli um 18.000 verringert. Im vergleich zum Juli 2019 verzeichnet die Arbeitslosenquote dennoch ein Plus von 1,3 Prozentpunkten.

„Die Zahlen zum Arbeitsmarkt sind ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der deutschen Konjunktur und gerade jetzt in der Krise von besonderer Bedeutung“, so Kathrin Brügger, Expertin für Arbeitsrecht bei Pinsent Masons, der Kanzlei hinter Out-Law. „Die Angaben zur Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit untermauern einmal mehr, dass das Instrument der Kurzarbeit hilft, Kündigungen zu vermeiden. Das beobachten wir auch bei unseren Mandanten. Dennoch ist es zu früh, um  aufzuatmen. Der Arbeitsmarkt steht weiterhin krisenbedingt unter Druck.“

Einen Rückgang der Kurzarbeit deutet auch die Statistik der BA an: Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe bei der Agentur für Arbeit Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 26. Juli für 190.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Angestellten, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg in März und April weiter zurück. Anders als dem Ifo-Institut, liegen der BA allerdings noch keine aktuellen Zahlen dazu vor, wie häufig die für Juli angezeigte Kurzarbeit auch tatsächlich in Anspruch genommen wurde.

Obwohl die Kurzarbeit insgesamt zurückgeht, hat sie in einigen Branchen zugenommen: Im Maschinenbau stieg sie im Juli weiter von 354.000 auf 378.000. Der Anteil wuchs somit von 33 auf 35 Prozent. Insgesamt sank die Zahl der Kurzarbeiter in der Industrie nur leicht, laut ifo-Schätzung von 2,3 auf 2,1 Millionen Menschen, also von 33 auf 30 Prozent der Beschäftigten.

Wesentlich stärker ging die Kurzarbeit bei den Dienstleistern zurück: Im Gastgewerbe etwa sank sie weiter von 61 auf 42 Prozent und in Verkehr und Lagerei von 17 auf 14 Prozent. Auch im Handel ist die Zahl der Kurzarbeiter weiter zurückgegangen, im Einzelhandel von 17 auf 10 Prozent, im Großhandel von 24 auf 18 Prozent.

„Trotz dieser überwiegend positiven Entwicklung herrscht sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern noch immer eine gewisse Verunsicherung“, so Lara-Christina Willems, Expertin für Arbeitsrecht bei Pinsent Masons. „Das liegt vor allem daran, dass niemand weiß, ob uns im Herbst oder Winter eine zweite Welle erwartet und welche Maßnahmen in diesem Fall ergriffen werden würden, ob zum Beispiel ein weiterer Lockdown kommt. Solange die politische und wirtschaftliche Lage so angespannt ist, steht auch der Arbeitsmarkt weiter unter Druck.“

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